Claus Schoendorf

Norra

Im kalten Garten sprießt das Licht
von dem wir essen
lichterloh im Grün entbrannt

Die Elche träumen unsere Träume
schwere Schatten vor dem
schwarzen Loch der Stirn

Sie käuen Fische wieder in die graue See

Wir fahren nachts hinaus
um uns in ihren Netzen nackt
zu tummeln bodenlos zu fallen

Wir hängen unsere Häute auf im dunklen Wind
flüstern leise mit den Steinen
und verbergen unsre Seelen unterm Moos

Wenn wir erwachen schläft die Welt
Ein weißes Boot
die Wolke dort trägt uns hinüber.

Wir trinken Regenmilch
aus unseren Fingern
mit denen wir die Zeit aussaugen

So wird uns Niemandszeit

(c) Claus Schoendorf