Elke Therre-Staal

Herbst in der Stadt

Ich steh in einem Reigen gelber Blätter,
sie lösen sich vom Baum , - kein Windhauch weht.
Herbst ist ein freundlicher, ein netter
alter Herr, der diesmal still von selber geht.

Sie fallen, schweben zärtlich sanft
zu Boden im Kreis um mich herum,
der Abstand rhythmisch wie ein Odem
von Ein und Aus, BlattLuft
BlattLuft und-- stumm.

Verzaubert bin ich, weit entrückt
dem fließenden Verkehr,
der Straßendreck vergessen,
golden schimmert Staub.
Es naht der Bus, er leuchtet, leer,
er bremst im Laub.

Ade, mein Baum! Im Zentrum deines Lebens
war ich ein Blatt und atmete wie du!
Nun trete ich aus dem Reichtum deines Gebens
und fahre fort. Die Türen schließen zu.

(c) Elke Therre-Staal